Zahl der Mobilfunkanschlüsse wächst weiter
Ende des Jahres wird es mehr als 5 Milliarden Mobilfunkanschlüsse geben, zeigen neuste Zahlen. 800 Millionen dieser Anschlüsse werden mit UMTS genutzt. Das Wachstum setzt sich im nächsten Jahr fort, sodass es 2011 bei mehr als fünfeinhalb Milliarden Mobilfunkanschlüsse und über eine Milliarde UMTS-Nutzer geben wird.
Es ist noch nicht so lange her, dass man einen Mobilfunkvertrag nur zum Telefonieren und allenfalls zum Verschicken von SMS abgeschlossen hat. Inzwischen entfällt mehr Datenverkehr im Mobilfunk auf Internetverbindungen als auf Sprachverbindungen. UMTS-Sticks und Smartphones befeuern auf diese Weise zusätzlich das Wachstum in der Mobilfunkbranche. Sogar Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland und Kabel BW bieten ihren Kunden als Ergänzung zum Internet über den Kabelanschluss mobile Internetanschlüsse an. Den größten Zuwachs an Anschlüssen verzeichnen allerdings Entwicklungsländer und Schwellenländer, zeigen Daten des European Information Technology Observatory (EITO).
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) geht deshalb von mehr als 5 Milliarden Mobilfunkanschlüssen am Ende dieses Jahres aus. Bei 12 Prozent Wachstum in diesem Jahr wird es Ende 2010 etwa 5,1 Milliarden Mobilfunkanschlüsse geben. Bei einem Plus von 37 Prozent steigt dabei die Zahl der UMTS-basierten Anschlüsse auf 800 Millionen besonders schnell an. In Japan soll der UMTS-Anteil sogar 96 Prozent erreichen. “Ein Ende des Handy-Booms ist nicht abzusehen”, kommentierte BITKOM-Präsidiumsmitglied René Schuster. “Auch UMTS hat weltweit den Durchbruch geschafft, und mit LTE steht schon eine neue Technologie für mobiles Super-Breitband bereit.”
LTE steht für Long Term Evolution und bezeichnet den Mobilfunkstandard der 4. Generation. Mit LTE werden enorm hohe Bandbreiten möglich. UMTS kann unter günstigen Empfangsbedingungen dank HSDPA und HSUPA eine Alternative zu herkömmlichen DSL-Anschlüssen darstellen. Mit LTE können Internetverbindungen über Mobilfunknetze in gewissem Ausmaß sogar eine Alternative zu VDSL oder Kabelinternet darstellen. Kurz gesagt: Highspeed-Internet steht in Zukunft unterwegs auf mobilen Endgeräten zur Verfügung, wobei derzeit die meisten Menschen noch nicht wissen, wozu sie überhaupt High-Speed-Internet benötigen.
In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Mobilfunkanschlüsse verdoppelt, im nächsten Jahr soll die Wachstumsrate nach 15 Prozent im vorigen Jahr und 12 Prozent in diesem Jahr immerhin noch bei 10 Prozent liegen. Vor allen in Entwicklungs- und Schwellenländern sind die Zuwächse hoch. Gerade wo Festnetzanschlüsse wenig verbreitet sind ist das Interesse an Mobilfunk-Lösungen sehr groß: “In Entwicklungsländern ersetzen Handys häufig die Infrastruktur, etwa für Bankgeschäfte – damit nutzen die Bewohner das Mobiltelefon oft innovativer als wir in Europa”, so Schuster.
Bis Jahresende überschreitet die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in der Europäischen Union voraussichtlich die 650 Millionen-Marke, was einem Plus von 3 Prozent gleichkommt. “Fast ein Drittel nutzt mittlerweile UMTS. Die meisten Mobilfunkverträge in der EU gibt es in Deutschland: rund 111 Millionen zum Jahresende 2010. Es folgen Italien (87 Millionen), Großbritannien (81 Millionen), Frank-reich (62 Millionen) sowie Spanien (57 Millionen). Zum Vergleich: In Russland sind es voraussichtlich 220 Millionen, in den USA 287 Millionen”, informiert der BITKOM.
Weit größer als in Europa fällt das Wachstum in Südamerika und Asien aus. Für China wird bei einem Plus von 13 Prozent von 844 Millionen Mobilfunkanschlüssen bis Ende 2010 ausgegangen, Ende 2011 sollen es 930 Millionen sein. Bei einem Plus von 11 Prozent steigt die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in Brasilien auf 193 Millionen. Extrem stark ist der Kundenzuwachs mit 30 Prozent momentan in Indien, für das bis zum Jahresende 680 Millionen Anschlüsse prognostiziert werden.