VDSL bei 1&1 geht diesen Monat an den Start

Der Ankündigung aus dem Juli lässt 1&1 jetzt Taten folgen. Diesen Monat startet die Vermarktung von VDSL-Anschlüssen. Mit Bandbreiten bis 50 MBit/s wird Fernsehen über das Internet in HD-Qualität möglich. Die Online-Videothek Maxdome wird schon in Kürze HD-Filme ins Programm aufnehmen.

Extrem schnelle Downloads und schnelle Uploads, mit denen sich große Datenmengen verschieben lassen, werden mit VDSL möglich. Datenraten von bis zu 51.300 kBit/s im Downstream und bis zu 10.000 kBit/s im Upstream klingen nach echtem Highspeed-Internet. Leider sind die neuen VDSL-Angebote von 1&1 nur in 53 deutschen Städten sowie 550 weiteren Teilnetzen zu bekommen. Nach Rechnung von 1&1 können 33 % der Haushalte in Deutschland versorgt werden.

1&1 verfügt über kein eigenes VDSL-Netz, die Telekom muss ihr Netz für Wettbewerber öffnen. Echter Wettbewerb im Breitbandmarkt sieht anders aus, doch wenigstens bewegt sich bei VDSL derzeit überhaupt etwas. Die wahren Wettbewerber sind die Kabelnetzbetreiber, die massiv in ihre Netze investieren, um Kabelinternet mit bis zu 100 MBit/s über ihre digitalen Kabelanschlüsse verfügbar zu machen. Wer besonders hohe Bandbreite für Downloads benötigt, wird von den Kabelnetzbetreibern, sofern der Netzausbau schon entsprechend vorangeschritten ist, mit bis zu doppelter Geschwindigkeit versorgt. Beim Upload jedoch hat VDSL die Nase vorn.

Wie die Telekom bietet 1&1 die VDSL-Anschlüsse mit 25 MBit/s (39,99 € / Monat) und mit 50 MBit/s (49,99 € / Monat) an. Bei der kleinen Variante mit 25 MBit/s im Downstream kann die Bandbreite für den Upstream von standardmäßig 5 MBit/s auf 10 MBit/s verdoppelt werden, wofür 4,99 € monatlich extra fällig werden. Eine Internetflatrate und eine Telefonflatrate für Gespräche in die deutschen Festnetze sind in beiden Paketen enthalten.

Die bei Umsteigern vorhandene DSL-Technik lässt sich zwar für VDSL nicht weiter nutzen, doch für die erforderliche Hardware zahlen 1&1-Neukunden nichts extra. Zum großen Paket heißt es im aktuellen 1&1-Pressetext: “Auch hier ist ein VDSL-fähiger „1&1 HomeServer 50.000“ für 0,- Euro enthalten, der über zwei USB-Anschlüsse und einen 2 GB großen internen Speicher verfügt. Der in allen HomeNet-Tarifen enthaltene gigantische Web-Speicherplatz von 1.000 Gigabyte für die zentrale Ablage eigener Fotos, Filme und Songs und eine an den HomeServer anschließbare externe Festplatte ermöglichen die Verteilung von Dateien im gesamten Heimnetzwerk. Auch vom Online-Speicher aus lassen sich Dateien direkt abrufen und auf Peripherie-Geräten abspielen, beispielsweise MP3s auf dem 1&1 AudioCenter. Der Upload und Zugriff auf den Online-Speicher ist jetzt durch den neuen „1&1 Beschleuniger“ in Verbindung mit einer externen Festplatte sehr performant, da die Festplatte Cache-Funktionen übernimmt und die Daten schnell aufnimmt und wiedergibt.”

Die 1.000 GB Onlinespeicher überliest man schnell, in Foren und Kommentaren ist bisher schon immer wieder die Frage zu lesen, ob es nicht 1.000 MB heißen müsste. Nein, das ist kein Fehler, 1&1 bietet tatsächlich Onlinespeicher im Umfang von 1.000 GB an, so viel wie derzeit durchschnittlich auf einer aktuellen externen Festplatte. Mit einem DSL-Anschluss lässt sich dieser gewaltige Speicher kaum sinnvoll nutzen, mit VDSL dagegen schon. Die eigene Fotosammlung mit unwiederbringlichen Aufnahmen lässt sich so komplett im Netz als Kopie aufbewahren, um nur einen sinnvollen Anwendungsfall anzuführen.

Fernsehen über das Internet gewinnt an Bedeutung. Ob HDTV und IPTV ein Dreamteam sind oder ob IPTV schon dem Untergang geweiht ist, weil Fernseher mit Internetzugang die Nutzung von Web-TV und Videoportalen selbstverständlich werden lässt, sei dahingestellt. Für HD-Qualität werden hohe Bandbreiten benötigt, VDSL liefert diese Bandbreiten.

Die von 1&1 gemeinsam mit der ProSiebenSat.1-Gruppe betriebene Online-Videothek Maxdome wird im Zuge der beginnenden VDSL-Vermarktung durch 1&1 um HD-Inhalte erweitert: “Nutzer der 1&1 HomeNet-Tarife können sich jetzt außerdem über ein ganz neues Entertainment-Erlebnis freuen: Das neue maxdome mediaCenter HD verfügt über einen HDMI-Ausgang und kann daher Filme in High-Definition-Qualität wiedergeben. Passend dazu bietet Deutschlands größte Online-Videothek maxdome ab sofort rund 200 attraktive HD-Videos, die zukünftig fortwährend ergänzt werden”, verspricht der Pressetext. Zu den kürzlich eingeführten Downloads bei Maxdome passt die hohe Bandbreite bei VDSL ebenfalls sehr gut.

Wie nicht anders zu erwarten wird für HD-Inhalte bei Maxdome ebenfalls neue Hardware benötigt, dazu 1&1: “Das neue maxdome mediaCenter HD, das außerdem für zukünftige IP-TV-Anwendungen vorbereitet ist und über einen 8 GB großen internen Speicher verfügt, ist für 1&1 HomeNet-Kunden auf Wunsch zum Preis von 99,99 Euro erhältlich. Nutzer, die noch nicht über ein HD-fähiges Fernsehgerät verfügen, können auch weiterhin das bisherige mediaCenter mit Scart-Ausgang für 69,99 Euro bestellen.”

Das bleibt preislich im Rahmen. Angesichts der Unsicherheiten, wie es bei HDTV über Kabel (größtes Problem derzeit: kaum Programme für die meisten Kabelkunden) und Satellit (größtes Problem derzeit: private Free-TV-Sender wollen in CI+ verschlüsseln) weitergeht, könnte das HD-Angebot von Maxdome in der nächsten Zeit das attraktivste werden. Das hängt indes davon ab, wie schnell das Angebot von Video on Demand-Inhalten in HD-Qualität bei Maxdome wachsen wird.

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