Technik: Vom Satellit zur Erde

Die vom Satelliten kommenden Signale sind durch die hohe Entfernung zur Erde so schwach, dass sie mit einer Parabolantenne eingefangen und gebündelt werden müssen.

Diese Antenne ist aufgrund ihrer Form umgangssprachlich auch als „Satellitenschüssel“ bekannt.

Die Signale werden in Hochfrequenz im Bereich von 10,7 bis 12,75 GHz gesendet. Da bei dieser Frequenz die Dämpfung über ein Kupferkabel so hoch wäre, dass nur extrem kurze Kabellängen zur Übertragung möglich wären, wird das Signal auf eine niedrigere Frequenz zwischen 950 MHz und 2400 MHz konvertiert, die Zwischenfrequenz (ZF) genannt wird.

Diese Konvertierung übernimmt der Low Noise Block Converter (LNB), der an der Satellitenschüssel montiert ist. Über ein Koaxialkabel wird das Signal bis zum Receiver transportiert.

Zudem werden unterschiedliche Signale horizontal (H) und vertikal (V) gesendet (Polarisation). Um diese empfangen zu können, besitzt der LNB zwei Antennen.

Die komplette Bandbreite des Sat-Frequenzbereichs von etwa 2 GHz passt nicht in die im Kabel verfügbare Bandbreite von nur 1,2 GHz. Aus diesem Grund wird das Sat-Frequenzband in zwei Bereiche unterteilt, das Low-Band von 10,7 bis 11,75 GHz und das High-Band von 11,75 bis 12,75 GHz.

Früher wurde für das analoge Fernsehen nur das Low-Band verwendet und die LNB unterstützten daher nur dieses eine Band. Für die horizontale und vertikale Polarisation wurden zwei Leitungen zum LNB verlegt. Heutzutage kann das LNB zwischen beiden Polarisationsarten und auch zwischen High- und Low-Band umschalten. Nach zahlreichen proprietären Lösungen hat sich für die Umschaltung das DiSEqC-Protokoll (Digital Satellite Equipment Control) durchgesetzt, das von allen aktuellen Sat-Receivern und TV-Karten am Markt unterstützt wird.
«Digitaltaugliche» Anlagen

Prinzipiell sind die Satelliten-Komponenten wie LNB und Kabel, Verstärker und Verteiler, alle sowohl für analogen als auch digitalen Empfang geeignet. Die Bezeichnung „digitaltauglich“ ist historisch gewachsen:

Als SAT-Anlagen zum Empfang des Astra-Satelliten für jedermann erschwinglich wurden, waren LNBs üblich, die nur das Low-Band unterstützten, da auf diesem die meisten Analogsender lagen unterstützten. Da die digitalen Signale hauptsächlich im neueren High-Band zu finden sind, wurden die Universal-LNB, welche beide Bänder unterstützen, als „digitaltaugliche LNB“ eingeführt. Tatsächlich können aber alle LNB digitale und analoge Signale gleichermaßen verarbeiten.

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